Alkoholfreie Getränke


Sinalco: Das älteste Substitutionsgetränk für den Alkohol war Sinalco. Und das war durchaus wörtlich gemeint: Sinalco steht für die Zusammenziehung zweier lateinischer Begriffe, sine + alcohol, und bedeutet ohne Alkohol. 1903 noch als „Bilz-Brause“ von einem geschäftstüchtigen Kaufmann aus Lippe und dem Selfmademan der deutschen Naturheilkunde, Eduard Bilz, auf den Markt gebracht, eroberte Sinalco in kurzer Zeit eine Spitzenposition bei den Erfrischungsgetränken. Mit der Alkoholfreiheit konnte damals durchaus erfolgreich Werbung gemacht werden, ein Aspekt der heutzutage überhaupt keine Rolle mehr spielt (vergl. Kapitel „Sinalco – eine alkoholfreie Erfolgsstory“).

Postkarte ca. 1960: Karte vergrössern

Sinalco-Werbung für Südamerika:

Während der Markenname Sinalco schon 1905 in Deutschland und Europa eingeführt wurde, blieb der Name Bilz in den südamerikanischen Ländern noch bis in die 50er Jahre erhalten .

Werbekarte postal. nicht gelaufen, um 1960.

Postkarte ca. 1950: Karte vergrössern

Fotopostkarte des Sinalco Verwaltungsgebäudes in Detmold, Stammsitz der Sinalco-AG bis zur Übernahme durch die Getränke Firma Hövelmann. Dortmund.

Karte nicht gelaufen, ca. 1950

Postkarte ca. 1912: Karte vergrössern

Straßenleben am Spittelmarkt in Berlin mit Sinalco-Werbung.

Karte gelaufen am 4.7.1912

Postkarte 1918: Karte vergrössern

Von Sinalco speziell als Feldpostkarte herausgegebene PK im Stile des Patriotismus des 1. Weltkrieges: „Mit Sinalco, uns der Sieg wie im Frieden, so im Krieg“.

Feld-PK gelaufen 15.6.1918, wenige Wochen vor Kriegsende.

Dass das konsequente Trinken von Sinalco und eine uneingeschränkte Abstinenz der kämpfenden Truppe die deutsche Niederlage verhindert hätte, bleibt selbstverständlich Spekulation; immerhin haben die deutschen Alkoholkapitalisten alles getan, um auch im Kriege den Absatz ihrer Getränke zu sichern. Beispiele dafür sind die zahlreichen PK von Asbach-Uralt, die die Soldaten beim Trinken dieses starken Gesöffs zeigen. Ein anderer Schnapshersteller hat gleich das Dankesschreiben eines glücklichen Bewohners eines Schützengrabens veröffentlicht, nachdem er sich einige Schlucke „Hertrich’s Bitter“ hinter die hinter die Binde gekippt hat (vergl. Abschnitt Schnaps).